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  • 22. Stein des Naturlehrpfades II Dölauer Heide

    rechts vor alter Kirsche, aktuell nur wenige Exemplare:


    Duftende Weißwurz, Salomonssiegel (Steckbrief)

    lat.: Polygonatum odoratum
    polys (gr.) = viel, gony (gr.) = Knie, Knoten, wegen der knotigen Anschwellungen des Wurzelstockes,
    odoratus (lat.) = wohlriechend, duftend

    Familie: Spargelgewächse

    •  0,15 bis 0,45 Meter hohe Staude mit kantigem, bogig geneigtem Stängel
    •  zweizeilige, wechselständige, eiförmig-längliche bis elliptische Blätter
    •  Blütezeit: Mai bis Juni
    •  Blüten zu einer bis zwei in Blattachseln, sechszipfliges Perigon bis zur Mitte verwachsen, unterseits verschmälert, Zipfel kahl
    •  Heimat: Europa, Asien
    •  seit dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts in Kultur
    •  giftig in allen Teilen; enthält die gleichen Giftstoffe wie das Maiglöckchen
    •  alljährlich hinterlässt der oberirdische Spross nach seinem Absterben auf dem Wurzelstock (Rhizom) eine Narbe, die einem Siegelabdruck ähnelt

     An vielen Stellen des Waldes liegen morsche Äste und Stämme.

    Totholz

    Für viele Tier- aber auch alle holzabbauenden Pilzarten werden Bäume erst dann bedeutsam, wenn sie alt oder krank sind, Faulstellen, Höhlen oder Risse bekommen und schließlich absterben und vermodern. In Deutschland sind zirka 3000 Tierarten (davon zirka 1500 Käferarten) an die Zerfallsstadien von Holz gebunden.
    Totes Buchenholz wird beispielsweise von 217 Insektenarten (meistens deren Larven) abgebaut. Die meisten Spechtarten bevorzugen absterbendes oder totes Holz zum Anlegen ihrer Höhlen. Insektenlarven entwickeln sich in bestimmten Vermoderungsstadien, Asseln, Schnecken, Ringelwürmer, Tausend- und Hundertfüßler sind an der Holzzersetzung beteiligt. Um im Wald eine artenreiche Organismenwelt zu erhalten, sollte dort immer ein gewisser Totholzanteil verbleiben.

    Pilze

    Pilze werden seit einigen Jahren neben den Pflanzen und den Tieren als eigenständiges „Reich“ betrachtet. Das „Reich“ der Pilze gliedert sich wiederum in viele Abteilungen mit großen Unterschieden im Aufbau der Zellen. Die bekanntesten Arten gehören zur Abteilung der Ständerpilze.
    In der Dölauer Heide gibt es über 600 Pilzarten, allerdings sind davon nur ein Teil essbare Großpilze. Es gibt hier viele, oft mikroskopisch kleine Pilze, allein 71 Kleinpilze (beispielsweise Mehltaupilze und Rostpilze), die sich als Parasiten von lebenden Pflanzen ernähren. Zu den Ständerpilzen gehören auch die Mykorrhizabildner, die mit Pflanzen in Symbiose leben. Andere Arten leben am Totholz und zersetzen das Holz in ihre mineralischen Bestandteile.
    Sie bieten vielen Kleintieren Lebensraum und Nahrung.

    Beiderseits des Naturlehrpfades liegen oft Baumstubben.

    Baumstubben

    Baumstubben sind Lebensräume einer Vielzahl auf diese besonderen Bedingungen spezialisierten Lebewesen. An frischen Stubben siedeln sich zuerst Käfer- und Fliegenlarven an. Beginnt sich die Rinde zu lösen, wird die Schnittfläche von Algen (vorrangig Blaualgen) überzogen und verschiedene Schneckenarten wandern ein. Pilze dringen mit ihrem Myzel (=fadenförmige Zellstrukturen) in den Holzkörper ein (beispielsweise Baumporlinge, Hallimasch). Bei genügender Feuchtigkeit wachsen Polster verschiedener Moosarten auf der Stubbenoberfläche. Die Moosdecke bietet nun einer Reihe von Bodentieren (Regenwürmer, Asseln) optimalen Lebensraum, oft auch den Sämlingen von Waldbäumen. Je nach Holzart können bis 600 Pilzarten und zirka 1.350 Käferarten an der Holzzersetzung beteiligt sein.

    Ein mit Gängen durchzogener Stubben bildet oft den Mittelpunkt eines Nestes der Roten Waldameisen, die den Stubben mit kleinen Zweigen und totem Laub oder Nadeln überziehen. Doch auch größere Tiere profitieren von zerfallenden Baumstubben. So sucht der auf Totholz spezialisierte Grauspecht dort nach Nährtieren, ebenso der Schwarzspecht. Blindschleiche und Erdkröte dienen Baumstubbenhöhlen in Bodennähe als Tagesversteck und Überwinterungsmöglichkeit.

    Der Naturlehrpfad trifft auf den Köllmer Weg, verläuft auf diesem nach rechts (Richtung Westen) bis zur Kreuzung mit dem Bergmannsstieg. dann weiter in Richtung Süden auf dem Bergmannsstieg.

    Wenn man dem Köllmer Weg weiter folgt, erreicht man nach etwa 100 m die "Siedlung Waldheil".

    Siedlung Waldheil

    Der Juwelier Franz Tittel, Begründer des „Heidevereins“, veranlasste 1909 die Gründung eines Vereins „Waldheil-Hallesche Sommerhäuser- und Laubenniederlassung (e.V.) Halle a. S.“. So entstand in der Folgezeit eine Sommer-Villenkolonie, die sich nach dem 1. Weltkrieg zu einer ständig bewohnten Siedlung entwickelte. Dort bestand die viel besuchte Waldgaststätte „Waldheil“, die heute nicht mehr existiert.