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    Dialog mit Bürgerinitiative zu TINA-Bahnen: HAVAG und Stadler informieren über aktuelle Maßnahmen und nächste Schritte

    (halle.de/ps) Am 5. Mai haben sich Vertreterinnen und Vertreter der Halleschen Verkehrs-AG und der Stadler Rail AG (Hersteller TINA) mit der Bürgerinitiative „TINA – so nicht in Halle“ zu einem ersten offenen Austausch getroffen. Die HAVAG und Stadler begrüßen den konstruktiven Dialog, den die Bürgerinitiative sucht und lud diese zu einem direkten Gespräch ein. Im Mittelpunkt standen Hinweise von Anwohnerinnen und Anwohnern zu Erschütterungen und Vibrationen im Zusammenhang mit der Einführung der neuen TINA-Straßenbahnen. Der Dialog soll fortgesetzt werden.
    „Wir befinden uns in einem dynamischen Inbetriebnahmeprozess zur neuen Straßenbahngeneration und haben dabei festgestellt, dass es beim Einsatz der TINA-Fahrzeuge einen Optimierungsbedarf gibt. Die Firma Stadler arbeitet daran, die von den Fahrzeugen punktuell im Netz der HAVAG ausgehenden Erschütterungen zu reduzieren“, so Vinzenz Schwarz, Vorstand der HAVAG. Spürbare Vibrationen in den eigenen vier Wänden sind für Betroffene eine Belastung. „Das nehmen wir nicht auf die leichte Schulter. Deshalb ist uns auch der direkte Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern sehr wichtig“, betont Vinzenz Schwarz.Die TINA ist ein modernes Straßenbahnfahrzeug, welches den Nahverkehr in Halle langfristig zukunftsfähig machen soll, unter anderem durch mehr Komfort, Barrierefreiheit und Energieeffizienz. Im Rahmen der Erfahrungen des laufenden Probebetriebs, werden die TINA-Fahrzeuge unter realen Betriebsbedingungen weiterentwickelt und für den Linienbetrieb final vorbereitet. Dabei finden technische, infrastrukturelle und betriebliche Anpassungen in einer Zusammenarbeit zwischen Stadler und der HAVAG statt. „Dieser Prozess läuft, er schließt die Rückmeldungen aus der Anwohnerschaft im Stadtgebiet von Halle ausdrücklich mit ein“, so Uwe Winkler, Bereichsleiter Technik/Fahrzeuge der HAVAG.Ein zentraler und von der Anwohnerschaft ausdrücklich positiv wahrgenommener Teil der Veranstaltung war, dass sie ausführlich persönlich zu Wort kamen. Sie schilderten Belastungen und machten deutlich, dass diese auf Dauer nicht hinzunehmen sind. Im Dialog mit den Mitgliedern der Bürgerinitiative wurden konkrete Erwartungen deutlich: Planbarkeit und Klarheit, Transparenz über weitere Arbeitsschritte sowie konkrete Prüf- und Entlastungsmaßnahmen. Diese Punkte nimmt die HAVAG zum Anlass, das weitere Vorgehen künftig noch nachvollziehbarer zu gestalten.

    Die HAVAG und Stadler arbeiten dabei auf drei Ebenen:
    1. Der Fahrzeughersteller Stadler arbeitet an gezielten technischen Optimierungen an den Fahrzeugen. Diese werden auf Basis von Messungen und Betriebserfahrungen entwickelt, erprobt und anschließend umgesetzt. Ziel ist es, wahrnehmbare Erschütterungen weiter zu verringern, ohne die Betriebssicherheit oder Zulassung der Fahrzeuge zu beeinträchtigen.
    2. Auf Basis von Messungen und Betriebserfahrungen prüft die HAVAG fortlaufend den Zustand der Gleisanlagen. In Abschnitten mit komplexer Gleisführung, etwa an Weichen und Kreuzungen, werden Instandsetzungsmaßnahmen gezielt vorgezogen. Ziel ist es, die Wechselwirkung zwischen Fahrzeug und Infrastruktur weiter zu optimieren und die wahrnehmbaren Erschütterungen für Anwohnerinnen und Anwohner zu vermindern.
    3. Die HAVAG entwickelt betriebliche Maßnahmen (z.B. Geschwindigkeitsbegrenzungen), die temporär oder auch dauerhaft sinnvoll sein können.
    Alle Hinweise aus der Anwohnerschaft werden weiterhin entgegengenommen und fließen in die technische Optimierung ein.

    Ziel aller Beteiligten ist es ausdrücklich, wahrnehmbare Vibrationen durch technische und auch betriebliche Maßnahmen deutlich zu reduzieren. Grundlage hierfür bilden Messergebnisse, Betriebserfahrungen und normbasierte Bewertungen.

    Zeitschiene
    Infrastruktur- und Betriebsmaßnahmen können teilweise auch kurzfristig Wirkung zeigen. Alles, was möglich ist – etwa Gleisinstandsetzungen, Geschwindigkeitsanpassungen – wird selbstverständlich auch umgesetzt.
    Die technischen Weiterentwicklungen laufen laut Stadler ebenso unter höchstem Einsatz. Aktuell wird der Testlauf eines Fahrzeugs mit modifizierten Rädern bereits in wenigen Wochen, Ende Mai, vorbereitet. “Wir verstehen die Belastung für einige Anwohner, die dieser Probebetrieb mit sich bringt. Wir haben ein Spezial-Team bei Stadler, das ausschließlich an der Optimierung des Fahrzeugs arbeitet. Ende Mai testen wir ein modifiziertes Fahrwerk, sammeln neue Messdaten und werten diese aus. Im Sommer wissen wir, wie hoch die Wirksamkeit dieser Verbesserungen ist und werden danach wieder informieren", sagt Raffael Kühne, Leiter des Engineering-Teams bei Stadler.
    Die HAVAG und Stadler wollen den Austausch mit der Bürgerinitiative fortsetzen und ein regelmäßiges Dialogformat etablieren, um Austausch, technische Fortschritte und weitere Schritte nachvollziehbar zu kommunizieren und zu begleiten.