(halle.de/ps) Zu Vortrag und Gespräch mit dem Autor und Historiker Thomas Gräfe lädt das Stadtmuseum Halle am Donnerstag, 26. März 2026, 17 Uhr, in seine Sonderausstellung zum NS-Verbrecher Reinhard Heydrich ein. Diese Ausstellung widmet sich auch der Jugendzeit Heydrichs in Halle. Die Schau wirft dadurch eine von seinen Biografen und von der Stadtgeschichte bisher nicht beantwortete Frage auf: Wuchs der spätere Architekt der „Endlösung der Judenfrage“ in einer Zeit auf, in der man sich tolerant gegenüber Juden verhielt oder in der bereits völkisches Denken vorherrschte? Der Vortrag von Thomas Gräfe, dessen Forschungsschwerpunkte Antisemitismus, deutsch-jüdische Geschichte und „Arisierung“ sind, gibt Einblicke in eine Epoche voller Widersprüche. Durch rechtliche Gleichstellung und sozialen Aufstieg gelangten die Juden im Kaiserreich vom Rand in die Mitte der Gesellschaft. Zugleich wurden sie in manchen Bereichen weiterhin diskriminiert, und es entstand der moderne Antisemitismus, dessen Ideologie die Nationalsozialisten vorfanden.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der „Bildungswochen gegen Rassismus 2026“ statt. Zudem ist sie Teil des Begleitprogrammes der Ausstellungen „Reinhard Heydrich. Karriere und Gewalt“ und „Spuren in Halle. Zum Forschen und Mitmachen“ und wird von der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen-Anhalt unterstützt. Der Eintritt ist frei.
Die Ausstellungen zu Reinhard Heydrich sind noch bis 10. Mai 2026 im Stadtmuseum Halle zu sehen. Weitere Informationen zu den Ausstellungen hier.