Hochhaus-Rückbau für den „Campus Halle-Neustadt“ hat begonnen
(halle.de/ps) Der Rückbau des Hochhauses an der Richard-Paulick-Straße für den künftigen „Campus Halle-Neustadt“ hat vor einigen Tagen mit Arbeiten im Inneren des Gebäudes und im Dachbereich begonnen. Zudem werden an der Fassade des ehemaligen Studentenwohnheims asbesthaltige Fugen fachgerecht ausgebaut und entsorgt. Das Hochhaus-Dach soll dann voraussichtlich bis Ende April demontiert werden. Danach folgt der plattenweise Rückbau, der voraussichtlich im August 2026 beendet ist. Ein präziserer Termin ergibt sich erst mit dem Rückbau der ersten Etagen. Besondere Herausforderungen ergeben sich auch aus den beengten Platzverhältnissen auf dem Baugrundstück und der Nähe zu den beiden Schulen.
Ursprünglich war der Rückbau des Hochhauses bis Ende 2025 geplant. Vor dem eigentlichen Rückbau musste - anders als erwartet - im Gebäude eine umfangreiche Schadstoffsanierung bzw. -beseitigung durchgeführt werden. Grund waren asbestbelastete Fußbodenaufbauten, erhebliche Mengen Taubenkot und weitere asbest- und KMF- haltige Bauteile im Inneren des Gebäudes. Bedingt durch die Historie des Hochhauses wurden im Zuge der Sanierung weitere belastete Bauteile entdeckt. In der Folge mussten die geplanten Arbeitsabläufe teils grundlegend abgeändert werden, um einen fachgerechten Umgang mit den Schadstoffen zu gewährleisten.
Mit dem „Campus Halle-Neustadt“ will die Stadt Halle (Saale) an der Kastanienallee ein modernes Bildungsareal errichten. Entstehen soll ein offener Raum für Kinder und Jugendliche mit dem Campushaus als Herzstück. Die Stadt will damit für junge Menschen die Möglichkeit schaffen, Kompetenzen für Schule und Beruf zu entwickeln und ihnen so den Übergang in das Ausbildungs- und Berufsleben zu erleichtern. Im Campushaus werden ein großer „Maker Space“ (Werkhalle), kleine Werkstätten (Holz, Metall, Töpferei, Nähen, Fahrradwerkstatt), ein Wintergarten, Laborräume für Biologie und Chemie, das Schülerforschungszentrum und Räume Gruppenarbeiten und Beratungen entstehen.
Die Kosten belaufen sich laut Stadtratsbeschluss auf rund 14,7 Mio. Euro (inkl. Rückbau). Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt der Stadt Halle (Saale) bewilligt einen Zuschuss in Höhe von 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben in Höhe von bis zu rund 12.8 Mio. Euro. Der Restbetrag wird von der Stadt Halle (Saale) aus Eigenmittel finanziert. Das Vorhaben wird von der Europäischen Union und dem Land Sachsen-Anhalt kofinanziert. Gemäß Zuwendungsbescheid und aktuellem Projekt- und Bauablauf soll das Gebäude im Juni 2028 fertiggestellt sein.