(halle.de/ps) An dem dreijährigen europäischen Forschungsprojekt „15minESTATES – Ko-Kreation räumlicher Strategien für eine gerechte und nachhaltige Mobilität in Großwohnsiedlungen“ ist die Stadt Halle (Saale) beteiligt, vertreten durch den Fachbereich Städtebau und Bauordnung und die Kulturbühne Neustadt e.V. (Passage 13). Nach Treffen in Riga und Delft findet nun von Mittwoch bis Freitag, 4. bis 6. März 2026, das internationale 3. Konsortiums-Treffen in Halle (Saale) statt. Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt begrüßt am Mittwoch, 4. März, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Landesamt für Vermessung und Geoinformation, Neustädter Passage 15.
Halles größter Stadtteil Neustadt ist eine der fünf europäischen Fallstudien im dem europäischen Forschungsprojekt. Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden ist der deutsche wissenschaftliche Partner im Projekt, das insgesamt aus 16 Partnereinrichtungen aus sechs Ländern, unter anderem Niederlande, Lettland, Bulgarien, Ungarn und der Schweiz besteht. Neben Arbeitstreffen zu den Arbeitsschwerpunkten sind in Halle (Saale) ein Stadtteil-Rundgang durch Neustadt und das Zusammentreffen mit lokalen Akteuren und Initiativen geplant.
Hintergrund:
Das Konzept der 15-Minuten-Stadt basiert auf der Idee, dass Bewohnerinnen und Bewohner einer Stadt oder eines Stadtviertels Bildungseinrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten, Haltestellen oder Freizeitangebote innerhalb von 15 Minuten oder besser noch weniger zu Fuß oder per Fahrrad erreichen können. So können für alltägliche Wege nachhaltige Verkehrsoptionen gewählt werden und Beiträge zum Klimaschutz und guten Umweltbedingungen geleistet werden. Gleichzeitig wird der öffentliche Raum belebt und ein gerechter Zugang zu vielfältigen Infrastrukturangeboten in Wohnortnähe ermöglicht. Großwohnsiedlungen (GWS) stellen an die Umsetzung des Konzepts besondere Anforderungen und sind gleichzeitig eine wichtige Säule der städtischen Nachhaltigkeitstransformation.
Im Projekt sollen die Schnittstellen von städtischem Raum, Verkehrsoptionen sowie Menschen und ihren Werten, Bedürfnissen, Ressourcen und Kapazitäten betrachtet werden. Diese drei Dimensionen ergeben zusammen das Mobilitätsverhalten und sind Bestandteil von Maßnahmen und Strategien. Insbesondere sollen Aspekte der Gerechtigkeit und Gleichberechtigung adressiert werden. Neben Neustadt in Halle (Saale) werden die Großwohnsiedlungen Budapest-Pesterzsébeti, Delft-West, Riga-Ziepniekkalns und Sofia-Mladost betrachtet. Neben Befragungen, Interviews und geo-datenbasierten räumlichen Analysen sollen unter Beteiligung von Planungspraxis und Zivilgesellschaft Entwicklungspfade und mögliche Interventionen erarbeitet werden.
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