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    Kommunale Wärmeplanung beschlossen: Stadt Halle und Stadtwerke beginnen sofort mit der Umsetzung / Startschuss für Großwärmepumpe an der Kläranlage

    (halle.de/ps) Der Stadtrat der Stadt Halle (Saale) hat in seiner gestrigen Sitzung den Beschluss zur Kommunalen Wärmeplanung (KWP) gefasst. Für die Stadt, die Stadtwerke Halle und die EVH ist das ein zentraler Meilenstein – und zugleich der unmittelbare Einstieg in die Umsetzung: Bereits einen Tag nach dem Beschluss folgt mit dem Start des Großprojekts „Großwärmepumpe Kläranlage Halle-Nord“ der erste konkrete Umsetzungsschritt. Mit der geplanten Großwärmepumpe am Klärwerk Halle-Nord (Lettin) beginnt die EVH unmittelbar mit der Umsetzung der Wärmewende vor Ort. Die Anlage wird künftig Wärme aus gereinigtem Abwasser gewinnen und in das Fernwärmenetz einspeisen. So entsteht ein innovativer Baustein für eine zunehmend unabhängige, versorgungssichere und preisstabile Wärmeversorgung in Halle (Saale). Gleichzeitig wird die Gasversorgung in Halle weiterhin sichergestellt.

    Dr. Alexander Vogt, Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale): „Im Zuge der Kommunalen Wärmeplanung konnten Stadtwerke und EVH durch schnelles Agieren Fördermittel in Höhe von 50 Mio. Euro direkt vom Bund sichern. Das ist ein großer Erfolg und war wichtig, da die Fördermittel begrenzt und mit der Wärmeplanung große finanzielle Aufwendungen verbunden sind. Entscheidend ist zudem: Wir belassen es nicht bei Konzepten. Mit dem sofortigen Start eines ersten Großprojekts zeigen wir, dass die Wärmewende in Halle konkret wird – mit einem klaren Fokus auf den Ausbau der Fernwärme und auf klimafreundliche Technologien.“

    Olaf Schneider, Geschäftsführer der EVH, betont den Umsetzungsanspruch: „Mit der Großwärmepumpe an der Kläranlage setzen wir bereits am Tag nach dem Beschluss das erste große Projekt der Kommunalen Wärmeplanung um. Unser Ziel ist dabei klar: Die Energieversorgung in Halle soll künftig unabhängiger, versorgungssicher werden und trotzdem bezahlbar bleiben.“

    Die geplante Großwärmepumpe an der Kläranlage Halle-Nord nutzt die im gereinigten Abwasser enthaltene Wärmeenergie. Über einen technischen Prozess wird dieser Wasserstrom auf ein niedrigeres Temperaturniveau abgekühlt und die entzogene Wärme anschließend mithilfe von Strom auf ein für die Fernwärme nutzbares Temperaturniveau angehoben. Das gereinigte Wasser besitzt im Vergleich zur Saale eine hohe Temperatur. Aus diesem Grund kann die Anlage sehr effizient Umweltenergie in das Fernwärmenetz einspeisen. Der Einsatz einer Großwärmepumpe senkt den Anteil fossiler Wärme und ermöglicht eine jährliche, potenzielle Einsparung von etwa 16.000 Tonnen CO2. Für die Stadt Halle bedeutet dies einen relevanten Schritt in Richtung Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern, da die Maßnahme einen Dekarbonisierungsanteil der Fernwärme von bis zu 20 Prozent beitragen kann.

    Mit dem Stadtratsbeschluss des Kommunalen Wärmeplans beginnt die systematische Umsetzung: Maßnahmen werden priorisiert, konkretisiert und zeitlich eingeordnet. Bereits kurzfristig plant die EVH, rund 100 neue Fernwärmeanschlüsse pro Jahr zu realisieren. Parallel dazu werden weitere Großprojekte vorbereitet. Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt: „Im Vergleich zu anderen Städten in Deutschland setzen wir den Fernwärmeausbau nicht mit einem Anschluss- und Benutzungszwang durch. Wir wollen und werden mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen, denn seit Jahren gehören wir zu den günstigsten Fernwärmeversorgern in Deutschland. Nicht unerwähnt möchte ich die Tatsache lassen, dass wir im Zuge des Fernwärmeausbau auch die Möglichkeit haben Verkehrsinfrastruktur zu verbessern und dort wo möglich auch für mehr Grün sorgen können.“

    Die KWP bietet Eigentümerinnen und Eigentümern Orientierung darüber, wo perspektivisch Fernwärme ausgebaut wird oder dezentrale Lösungen günstiger sind. Über den digitalen Wärmeatlas können Bürgerinnen und Bürger einsehen, welche Gebiete bereits mit Fernwärme versorgt sind, wo ein Ausbau geplant ist, und welcher Status für einzelne Adressen gilt. Zusätzlich kann direkt Interesse an einem Fernwärmeanschluss übermittelt werden.

    Parallel dazu befinden sich die bundesrechtlichen Rahmenbedingungen für die Wärmewende allerdings weiterhin in der Abstimmung. Eine abschließende Entscheidung der Bundesregierung zum Gebäudemodernisierungsgesetz wird nach aktuellem Stand erst im Sommer oder Herbst 2026 erwartet. Erst dann ist eine umfassende, rechtssichere Verbraucherkommunikation zu konkreten Vorgaben, Fristen und Verpflichtungen möglich. Aus diesem Grund wird die EVH digitale Informations- und Planungstools bereitstellen. Diese bieten individuelle Unterstützung – von der Einschätzung geeigneter Heiztechnologien bis hin zu Fördermöglichkeiten und Sanierungsbegleitung. Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt: „Wir erwarten hier von der Bundesregierung schnellstmöglich rechtssichere Rahmenbedingungen – die Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen möchten wissen: Was bedeutet das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) in Verbindung mit der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) ganz konkret für mich?“

    Weitere Informationen zum Start der Umsetzungsphase der Kommunalen Wärmeplanung finden Sie in der Mitteilung der Stadtwerke.

    Informationen zu Wärmeplan auf der städtischen Internetseite unter www.halle.de/kwp; beziehungsweise unter Der WärmeAtlas für Halle (Saale) | SWH. EVH und Digitale Helfer für die Wärmewende | SWH. EVH.