(halle.de/ps) Die Sonderausstellung „PURe VISIONEN. Kunststoffmöbel zwischen Ost und West” im Stadtmuseum Halle, Große Märkerstraße 10, endet am Sonntag, 1. November 2026. Mit bislang mehr als 6.300 Besucherinnen und Besuchern seit der Eröffnung Mitte Juni 2026 kann das Stadtmuseum bereits jetzt eine positive Bilanz der Sonderschau ziehen. Dem Ausstellungsmotto „Erinnern, Entdecken, Mitmachen“ seien zudem zahlreiche Gäste gefolgt. Davon zeugen die zahlreichen Gästebucheinträge mit persönlichen Erinnerungen und Anekdoten, unzählige eigene Möbeldesign-Zeichnungen sowie hunderte selbst gebaute „10-Minuten-Stühle“. Auch viele Zeitzeugen aus dem damaligen Chemie- und Designbereich haben die Veranstaltungen des Begleitprogrammes besucht und ihre Geschichten geteilt. So unter anderem ein ehemaliger Mitarbeiter des BURG-Professors Rudolf Horn (1929–2025), auch „Designpapst“ oder „Mister IKEA des Ostens“ genannt, dem ein Teil der Ausstellung gewidmet ist.
Stadtmuseums-Direktorin Jane Unger: „Ich freue mich sehr, dass unsere Mitmachstationen in der Halle Erweiterung von Jung und Alt so gut angenommen werden. Sie sind ein wesentliches Merkmal unseres Ausstellungskonzepts: Wir möchten Besucherinnen und Besucher nicht nur zum Entdecken und Nachdenken anregen, sondern sie auch aktiv einbeziehen und Raum für eigene Ideen und Perspektiven schaffen. Diesen Weg gehen wir konsequent weiter – auch mit Blick auf die Industriegeschichte Halles und die industrielle Transformation, die unsere Stadt bis heute prägen.“
Im Rahmen der Schau gab es auch eine Führung mit Übersetzung in Gebärdensprache sowie eine Führung für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen. Insbesondere die Tastführungen stießen auf großes Interesse und wurden auch im Nachgang von Einzelbesucherinnen und -besuchern angefragt. Außerdem wurde die bewährte Kooperation mit dem Grundbildungszentrum Halle mit Führungen in einfacher Sprache fortgeführt, an denen Menschen aus acht verschiedenen Nationen teilnahmen. Einige reisten dafür eigens aus dem Umland an, für viele war es der erste Museumsbesuch.
Zwei neue Objekte für die Sammlung
Auch der Aufruf nach Produkten aus der Konsumgüterproduktion im VEB Germaplast Ammendorf war erfolgreich. Ein ehemaliger Mitarbeiter hat dem Stadtmuseum eine dort produzierte gelb-grau gestreifte Strandmatte mit PUR-Anteil für die Sammlung übergeben. Aktuell ist sie noch in der Ausstellung zu sehen. Ein weiteres neues Objekt für die Sammlung stammt aus der damaligen Kantine der Buna-Werke: ein Z-Stuhl. Auch hier war ein ehemaliger Mitarbeiter dem Aufruf gefolgt.
Museumsshop
Letzte Exemplare des Comics „Der Stuhl von drüben“, der eigens für die Ausstellung in Halle entwickelt wurde, sind für 15 Euro im Shop des Stadtmuseums Halle erhältlich. Die historische Graphic Novel von Anne-Christin Bielig und Robert Deutsch verbindet in Wort und Bild eine fiktive Lebensgeschichte mit den realen Verflechtungen dieses fast vergessenen Kapitels deutsch-deutscher Wirtschafts- und Designgeschichte. Plakate der Sonderausstellung mit den abgebildeten Design-Ikonen der DDR sind für 8 Euro ebenfalls noch im Museums-Shop erhältlich.
PURe VISIONEN ist eine in Kooperation des Kunstgewerbemuseums, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, und des Museums Utopie und Alltag in Eisenhüttenstadt erarbeitete Wanderausstellung. Für die Präsentation in Halle (Saale) wurde sie mit einem Extra-Ausstellungsteil um hallespezifische und regionale Perspektiven erweitert.