(halle.de/ps) Nach seiner Sanierung wird das Mausoleum Josef Weinlichs in Halle-Osendorf am Sonntag, 23. August 2026, 14 Uhr, feierlich eingeweiht. Mit Sanierung und der öffentlichen Veranstaltung am Sinti-Mausoleum in Osendorf, Karl-Meißner-Straße 42, will die Stadt Halle (Saale) an die Kultur der Sinti und Roma erinnern, die während der nationalsozialistischen Diktatur fast vollständig aus Halle (Saale) verschwand. Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt begrüßt dabei auch Nachfahren und Vertreter der nationalen Minderheit der Roma und Sinti.
Für die Nachfahren spricht Dr. Henk van Iterson, für die nationale Minderheit der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Roma und Sinti, Romani Rose. Die Landesregierung wird vertreten durch Bildungsminister Jan Riedel. Für die Zivilgesellschaft, die die Sanierung des Baudenkmals aktiv begleitet hat, spricht Michael Viebig, Leiter der Gedenkstätte Roter Ochse.
Henk van Iterson, Ur-Urenkel von Josef Weinlich: „Für mich ist die Einweihung ein ganz besonderer Anlass nach Halle zu kommen. Meine Familie und ich machen uns auf den Weg!“ Romani Rose ergänzt: „Das Mausoleum erinnert an die lange Geschichte der Sinti in Deutschland und macht deutlich, dass Sinti mit ihrer 600-jährigen deutschen Geschichte selbstverständlicher Teil dieses Landes sind, das ihre Heimat ist. Ich danke Bund, Land und der Stadt für die Sanierung, die ausdrückt, dass dieses Land auch durch Baudenkmale an die lange Geschichte der Minderheit erinnert.“
Schülerinnen und Schüler des Elisabeth-Gymnasiums berichten bei der feierlichen Einweihung über ihre vielfältigen Bemühungen, unterstützt von der Deutsche Stiftung Denkmalschutz, das Denkmal für die Erinnerungsarbeit in der Schule und der Öffentlichkeit zu aktivieren. Die Sinti Jazz Connection sorgt für die musikalische Rahmung. Die Stilrichtung des Sinti-Swing geht zurück auf den legendären Gitarristen Django Reinhardt, der in den 1930er-Jahren eine eigenständige europäische Form des Jazz prägte.
Hintergrund
Das Mausoleum wurde 1915 für die Bestattung Josef Weinlichs errichtet. Es handelt sich um ein eingeschossiges, rechteckiges, giebelständiges Gebäude mit Satteldach und in Ziegelbauweise. Das Mausoleum war 2024 in einem sehr schlechten Zustand und drohte zusammenzufallen. Die nun abgeschlossene Rekonstruktion umfasste unter anderem die Ertüchtigung der Gründung des Gebäudes, des Mauerwerkes und der Tonnendecke. Überdies wurde die Holzkonstruktion ausgetauscht, die Dacheindeckung unter Berücksichtigung vorhandenen Material erneuert und die fehlende Türanlage originalgetreu nachgebaut und ergänzt werden. Die Gesamtkosten der Rekonstruktion waren mit rund 350.000 Euro veranschlagt. Neben der Förderung aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes standen Eigenmittel der Stadt in Höhe von 35.000 Euro sowie Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt in Höhe von 157.000 Euro zur Verfügung.