(halle.de/ps) Ende August wurde das denkmalgeschützte Sinti-Mausoleum in Halle-Osendorf, ein seltenes Zeugnis der Geschichte und Kultur der Sinti und Roma in Sachsen-Anhalt, nach seiner Rekonstruktion durch die Stadt Halle (Saale) feierlich eingeweiht – am morgigen Freitag, 11. September, wird nun noch ein von Schülerinnen und Schülern des Elisabeth-Gymnasiums gestaltetes Fenster in das 1915 für die Bestattung Josef Nauni Weinlichs errichtete Mausoleum eingebaut.
Hintergrund: Das Sinti-Mausoleum in Osendorf war Gegenstand eines erinnerungskulturellen Projekts am Elisabeth-Gymnasium. Die Arbeit wurde durch das Schulprogramm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“ gefördert. Ziel war es, den Restaurierungsprozess am Sinti-Mausoleum zu begleiten und zu dokumentieren sowie die Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma nachzuvollziehen. Die Restaurierungsarbeiten brachten zutage, dass neben dem bestehenden, im Original erhaltenen Glasfenster früher ein weiteres, zugemauertes Fenster vorhanden war. Nach dessen Öffnung entwickelten und realisierten die Schülerinnen und Schüler in Zusammenarbeit mit dem Glaskünstler Julian Plodek die Gestaltung für das neue Fenster, eine Initiative, die auch bei den Nachfahren des im Mausoleum bestatteten Josef Weinlich auf große emotionale Resonanz gestoßen war.
Hinweis: Zum Tag des offenen Denkmals, am kommenden Sonntag, 13. September, kann das Mausoleum von 14 bis 16 Uhr besucht werden.