(halle.de/ps) Das ehemalige Thalia Theater ist Teil eines besonderen Kulturareals in Halle (Saale). Ziel der Stadt ist es, das Potenzial des Ortes noch weiter zu heben und die bereits bestehende Partnerschaft mit der Theater, Oper und Orchester GmbH (TOOH), dem Verein Freie Spielstätten Halle e. V. und der Freien Szene zu stärken und auszubauen. Die Partner haben jetzt neue Vorhaben und Ziele vereinbart, die in nächsten Schritten weiter untersetzt werden sollen.
Dr. Judith Marquardt, Beigeordnete für Kultur und Sport: „Das ehemalige Thalia Theater hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Es ist heute ein wichtiger Kulturort für Halle – und ein Ort, den diese Stadt braucht: für die Freie Szene, für junge Menschen, für kulturelle Bildung und für Begegnung. Gerade angesichts der schwierigen Haushaltslage ist es wichtig, tragfähige Partnerschaften zu entwickeln, die den Standort langfristig sichern.“
Ein Baustein der weiteren Entwicklung ist die Erweiterung der Partnerschaft mit der TOOH, die das Haus bereits regelmäßig unter anderem für den Thalia Fasching nutzt. Die TOOH wird das ehemalige Thalia Theater künftig für sechs Monate im Jahr spartenübergreifend nutzen. Die Vereinbarung ist bis 2028 vorgesehen und enthält eine Option auf Verlängerung.
Zugleich bleibt das Haus ein wichtiger Ort für die Freie Szene. Die Bühne wird künftig gemeinsam von der TOOH und der Freien Szene genutzt. Darüber hinaus soll das ehemalige Thalia Theater weiter für junge Menschen sowie weitere städtische Kulturprojekte geöffnet werden. Die erweiterte TOOH-Nutzung ist damit Teil einer gemeinsamen Entwicklung, die institutionelle Kultur, Freie Szene, kulturelle Bildung und Stadtgesellschaft miteinander verbindet.
Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt: „Junge Menschen brauchen Orte, an denen sie nicht erst fragen müssen, ob sie willkommen sind. Das ehemalige Thalia Theater kann so ein Ort werden: offen, vielfältig, laut, kreativ und mitten in der Stadt. Hier sollen junge Menschen nicht nur zuschauen, sondern ausprobieren, gestalten und sichtbar werden – mit ihren Ideen, ihren Fragen und ihren unterschiedlichen Lebensrealitäten. Dass Stadt, TOOH und Freie Szene dafür gemeinsam Verantwortung übernehmen, ist ein starkes Signal für Halle.“
Mit der erweiterten Partnerschaft werden auch die Voraussetzungen verbessert, notwendige infrastrukturelle und brandschutztechnische Ertüchtigungen am Standort anzugehen. Dazu gehören insbesondere Maßnahmen, die für einen verlässlichen und sicheren Betrieb des Hauses erforderlich sind. Die Einnahmen aus der erweiterten Nutzung sollen dazu beitragen, den Standort auf breitere Füße zu stellen und notwendige Reparaturen und Ertüchtigungen zu ermöglichen.
Finanzierung, Vorhaben, Zukunftsteam
Bereits jetzt wird die Weiterentwicklung des ehemaligen Thalia Theaters im Programm „Übermorgen – Neue Modelle für Kulturinstitutionen“ der Kulturstiftung des Bundes gefördert, um das Haus als offenen, kooperativen Kulturort für die Stadtgesellschaft weiter zu entwickeln – mit neuen Formen der Zusammenarbeit, Beteiligung und Nutzung. Die Stadt und ihre Partner bereiten gegenwärtig Formate vor, mit denen sie sich für die zweite Phase des Programms bewerben wollen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Beteiligung junger Menschen von Beginn an.
Unter dem Motto „Was hier entsteht, beginnt mit euch!“ soll im September 2026 ein erster „Testballon“ starten. Er soll zeigen, wie es sich anfühlt, wenn junge Menschen das Haus mit ihren Ideen prägen. Junge Leute können den Ort gestalten und ausprobieren, welche Räume, Formate und Regeln ein offener Kulturort für sie braucht. Geplant sind unter anderem Workshops zu Musik, Tanz, KI, Schreiben, Graffiti, Awareness und Raumaneignung sowie Formate des gemeinsamen Zusammenseins.
Eine besondere Rolle übernimmt dabei ein Junges Zukunftsteam. Es soll aus jungen Menschen bestehen, die das Haus mit vorbereiten, Raumrouten begleiten, Beobachtungen sammeln, andere Teilnehmende willkommen heißen und zentrale Erkenntnisse für das Zukunftsvorhaben formulieren. So soll ein erster junger Resonanz- und Mitgestaltungskörper für die weitere Entwicklung des Hauses entstehen.
Interessierte junge Erwachsene können sich per E-Mail an kubus@halle.de melden.
Hintergrund:
Das ehemalige Thalia Theaters mit Saal, Bühne, Proberäumen und weiteren Nutzungsflächen befindet sich im Eigentum der Stadt. Es ist Teil eines Gebäudekomplexes, zu dem das angrenzende Puschkinhaus im Eigentum des Puschkinhaus e. V. mit Puschkino, Club Tante Manfred, Café Manzul gehören. Der Ort mit rund 300 Plätzen und einer großen Bühne verbindet vielfältige Möglichkeiten für Theater, Musik, Film, Clubkultur, kulturelle Bildung, Beteiligung und freie künstlerische Arbeit.
Es war von Beginn an Ziel der Stadt Halle (Saale), den Komplex besser auszulasten, bestehende Kooperationen fortzuführen, neue kulturelle Nutzungen zu ermöglichen, Fördermittel einzuwerben und einen Ort für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie für die Freie Szene zu entwickeln. Im Rahmen der zweiten Phase des Förderprogramms „Übermorgen – Neue Modelle für Kulturinstitutionen“ will sich die Stadt Halle (Saale) um Fördermittel in Höhe von bis zu 600.000 € bewerben. Die Antragsphase beginnt im Herbst 2026.
Besonders deutlich wird die Entwicklung der Nutzung der Bühne im ehemaligen Thalia Theater, die sich seit 2024 mehr als verdoppelt hat. Auch Proberaum, Kantine und weitere Räume werden heute regelmäßig genutzt und stehen nicht mehr leer. Proben, Aufführungen, Workshops, Sitzungen, Entwicklungsformate und Beteiligungsangebote machen das Haus heute zu einem kontinuierlich genutzten Kulturort.
Mit dem Einzug des Vereins Freie Spielstätten Halle e. V. im Jahr 2024 ist das ehemalige Thalia Theater zu einem wichtigen Ort für freie darstellende Künste geworden. Der Verein bündelt zahlreiche freie Gruppen, Vereine sowie Künstlerinnen und Künstler und trägt dazu bei, dass das Haus kontinuierlich genutzt, künstlerisch belebt und als Ort der freien Szene weiterentwickelt wird. Zuletzt fanden dort unter anderem auch die Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ sowie Veranstaltungen der Händel-Festspiele statt.