(halle.de/ps) Das Mitte des 16. Jahrhunderts hergestellte Gedenkbuch des halleschen Apothekers Wolfgang Holtzwirth steht am Donnerstag, 21. Mai 2026, 18 Uhr, im Mittelpunkt eines Gesprächsabends im Stadtmuseum, Große Märkerstraße 10. Dabei wird die Publikation „Peregrinatio protestantica – Protestanten unterwegs nach Jerusalem in der frühen Neuzeit“ vorgestellt. Der Band versammelt die Beiträge einer Tagung zur Handschrift Wolfgang Holtzwirths (1522 bis 1572), die 2024 stattgefunden hat. In seinem Manuskript berichtete der Hallenser Holtzwirth über seine ersten drei Lebensjahrzehnte und insbesondere über seine Reise in das Heilige Land im Jahr 1546.
Zu der Veranstaltung lädt der Verein für hallische Stadtgeschichte e.V. in Kooperation mit der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung, dem Stadtmuseum Halle und der Marienbibliothek Halle ein. Prof. Axel Noack, Altbischof und auch Vorsitzender des Hallische Familienforscher Ekkehard e.V., stellt Wolfgang Holtzwirth und dessen Bedeutung für die hallesche Stadtgeschichte vor. Die Herausgeber Hartmut Kühne und Carolin Schäfer präsentieren die in Buchform veröffentlichten Ergebnisse der Tagung.
Der Begründer der Löwenapotheke, Wolfgang Holtzwirth (1522 bis 1572) gilt als erster Lutheraner überhaupt, der 1546 eine Reise ins Heilige Land unternahm. Auch das Stadtmuseum Halle ist mit der Familiengeschichte der Holtzwirths verbunden. Elisabeth, die älteste Tochter und Erbin des Jerusalempilgers, der in der Wittenberger Apotheke Lucas Cranachs auslernte, wohnte später im Renaissancehaus Märkerstraße 10. In zweiter Ehe war sie mit dem Stadtarzt und Balthasar Brunner verheiratet, der das prächtige Gebäude – heute Christian-Wolff-Haus – bis 1610 bewohnte.
Der Eintritt ist frei.