(halle.de/ps) Zu einer Veranstaltung, die neue Perspektiven auf das Musikleben von Halle (Saale) um 1900 eröffnet, lädt das Stadtmuseum am Donnerstag, 23. April 2026, 17 Uhr, im Begleitprogramm der beiden aktuellen Sonderausstellungen über den Nazi-Kriegsverbrecher und Hallenser Reinhard Heydrich ein. Unter dem Titel „Richard Bruno Heydrichs Bedeutung für die Musikgeschichte der Stadt Halle 1899–1938“ beleuchtet ein Vortrag die Rolle des Konservatoriumsleiters Bruno Heydrich im bürgerlichen Musikleben Halles sowie den Einfluss dieses kulturellen Umfelds auf seinen Sohn Reinhard Heydrich. Der Vortrag verbindet musikgeschichtliche, biografische und erinnerungskulturelle Aspekte und wird durch musikalische Beispiele ergänzt. Es sprechen die Musikwissenschaftlerin Dr. Anna Schaefer sowie Robert Rytina (Prag), der die Familie Heydrich im internationalen erinnerungskulturellen Kontext verortet und Fragen nach kultureller Prägung und politischer Radikalisierung aufwirft. Im anschließenden Gespräch werden Themen wie Identität, kulturelle Einflüsse und historische Deutungen vertieft. Die Veranstaltung schließt mit einem Ausblick auf Perspektiven in Bildung und deutsch-tschechischem Austausch. Der Eintritt ist frei
Vor dem Hintergrund des nahenden Ausstellungsendes bietet sich um 16.30 Uhr eine der letzten Gelegenheiten, im Rahmen einer 30-minütigen Kurzführung mit Norbert Böhnke, Mitglied Kuratorenteam Stadtmuseum Halle, die Ausstellung „Spuren in Halle“ zu entdecken.
„Reinhard Heydrich. Karriere und Gewalt“ ist eine Ausstellung der Stiftung Topographie des Terrors, ergänzt durch die Werkstattausstellung „Spuren in Halle - zum Forschen und Mitmachen“ des Stadtmuseums. Das Begleitprogramm wird gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt. Die Ausstellungen sind noch bis zum 10. Mai 2026 im Stadtmuseum, Große Märkerstraße 10, zu sehen.