(halle.de/ps) Die Warnungen sind zahlreich, die Betrugsmaschen längst bekannt – und trotzdem ebbt der Anlagebetrug nicht ab. Im Gegenteil: Auch bei der Saalesparkasse gehen weiterhin Fälle ein, bei denen Kundinnen und Kunden durch vermeintlich attraktive Geldanlagen um hohe Summen gebracht werden sollen. Nach 90 bekannten Vorfällen im vergangenen Jahr, bei denen insgesamt fast zwei Millionen Euro von Betrügern kriminell erlangt wurden, verzeichnet die Saalesparkasse im laufenden Geschäftsjahr bereits 60 Fälle mit einer Schadenssumme von mehr als einer Million Euro.
Die Täter setzen dabei auf ein perfides Zusammenspiel aus hohen Renditeversprechen, professionell gestalteten Internetseiten und persönlicher Ansprache. Häufig beginnt alles mit einer Anzeige im Internet oder in den sozialen Medien. Interessierte werden auf eine vermeintliche Investmentplattform gelockt und anschließend von angeblichen Anlageexperten telefonisch oder per Messenger betreut. Was professionell und seriös wirkt, ist in vielen Fällen nur Fassade.
Besondere Skepsis ist geboten: Ein professioneller Internetauftritt ist kein Beleg für die Seriosität eines Unternehmens. Betrüger verwenden teilweise gefälschte Unternehmensdaten, bekannte Markennamen oder sogar die Identität tatsächlich existierender Finanzunternehmen.
Besonders hellhörig sollten Anlegerinnen und Anleger immer werden, wenn außergewöhnlich hohe Gewinne bei gleichzeitig geringem oder gar keinem Risiko versprochen werden. Auch Zeitdruck, unerbetene Anrufe oder die Aufforderung, Geld auf ausländische Konten zu überweisen, sind klare Warnsignale.
Besonders dreist: Die Betrüger lassen ihre Opfer nicht selten zunächst kleine Beträge investieren. Auf der vermeintlichen Handelsplattform werden anschließend Gewinne angezeigt. Dadurch entsteht der Eindruck, die Geldanlage funktioniere tatsächlich. Wer daraufhin weitere Summen einzahlt, merkt oft erst bei dem Versuch, sich das Geld auszahlen zu lassen, dass er einem Betrug aufgesessen ist.
Wenn die Betrüger vor der Bank oder Sparkasse warnen
Eine besonders perfide Entwicklung beobachten die Beraterinnen und Berater der Saalesparkasse: Die Täter versuchen zunehmend, ihre Opfer gezielt von der eigenen Bank zu isolieren. Noch bevor die Kundinnen und Kunden ihre Bank kontaktieren, werden sie teilweise darauf vorbereitet, was bei Nachfragen der Sparkasse zu sagen ist. Ihnen wird eingeredet, die Bank werde die angebliche Geldanlage nicht verstehen, die Überweisung verhindern wollen oder ihnen die vermeintlich hohen Gewinne nicht gönnen. Teilweise erhalten Betroffene sogar konkrete Vorgaben, wie sie auf Fragen ihrer Bankberater reagieren sollen.
Damit greifen die Täter gezielt eine der wichtigsten Schutzmöglichkeiten an: das persönliche Gespräch mit der Hausbank.
Denn die Beraterinnen und Berater der Saalesparkasse erkennen bei Überweisungen immer wieder Auffälligkeiten und sprechen ihre Kundinnen und Kunden darauf an. Weniger als die Hälfte der dabei erkannten betrügerischen Überweisungen kann hierdurch tatsächlich noch verhindert werden. Häufig sind die Betroffenen zu diesem Zeitpunkt bereits über einen längeren Zeitraum manipuliert worden. Sie vertrauen den vermeintlichen Anlageexperten mehr als der eigenen Bank und geben die Überweisung trotz entsprechender Warnungen frei.
Ein Klick kann viel Geld sparen
Eine wichtige Anlaufstelle für die eigene Prüfung ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Sie stellt eine Unternehmensdatenbank zur Verfügung, in der Verbraucherinnen und Verbraucher prüfen können, ob ein Anbieter dort gelistet ist und über eine entsprechende Erlaubnis verfügt.
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