(halle.de/ps) Seit dem 27. März 2026 zeigt das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) die Sonderausstellung ›Die Schamanin‹. Die Präsentation aktueller Forschungsergebnisse zu diesem spektakulären archäologischen Befund stieß auf ein überwältigendes Publikumsinteresse: In den ersten drei Monaten konnten bereits rund 37.000 Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung begrüßt werden. Sie wird daher bis zum 7. Februar 2027 verlängert.
Hintergrund: Das Grab der Schamanin von Bad DürrenbergDas Grab der Schamanin von Bad Dürrenberg (Saalekreis) ist einer der spektakulärsten Befunde der mitteleuropäischen Archäologie. In der Mittelsteinzeit, vor etwa 9.000 Jahren, war hier eine 30- bis 40-jährige Frau zusammen mit einem ungefähr sechs Monate alten Kind, das in ihren Armen lag, begraben worden. Unter anderem zeigen ein Kopfschmuck aus Rehgeweih und Tierzahngehänge die besondere Stellung der Toten als Schamanin, als spirituelle Spezialistin ihrer Gruppe, an. Bereits 1934 zufällig bei Kanalarbeiten entdeckt, musste das Grabinventar innerhalb nur eines Nachmittags geborgen werden. Seit Dezember 2019 fanden in Vorbereitung der Landesgartenschau im Kurpark von Bad Dürrenberg Ausgrabungen im Bereich der Fundstelle des Grabs der Schamanin statt. Da die ursprüngliche Ausgrabung nur unzureichend erfolgt war, blieben Teile der mit Rötel durchsetzten Grabgrube unangetastet und standen für weitere Untersuchungen zur Verfügung, die in die aktuelle Sonderausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle (Saale) mündeten.