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    Zukunftszentrum / Riebeckplatz: Brückenabriss kommt – Neubau ist möglich – Vergabe Total-Unternehmer kurz vor Abschluss

    (halle.de/ps) Zu den Brücken:
    Die derzeit noch genutzten Betonbrücken, die sich in Nord-Süd-Richtung über den Riebeckplatz spannen, werden abgerissen. Sie stammen aus den 1960er Jahren und weisen eine Bauweise ohne sogenanntes Vorankündigungsverhalten auf, ähnlich der Carolabrücke in Dresden. Ihr Zustand wird regelmäßig engmaschig geprüft. Eine dauerhafte Weiternutzung – auch als Fuß- und Radweg – ist aber nicht möglich. Dies liegt an der Konstruktionsweise, die eine plötzliche und rasche Verschlechterung des Zustands zulässt. Die Stadt handelt deshalb vorsorglich und nutzt dafür bewilligte Fördermittel im Rahmen des Umbaus des Riebeckplatzes.

    Ein aktuelles Gutachten aus dem Jahr 2023 sowie eine umfassende Prüfung 2025 belegen keine erheblichen Schäden, die eine sofortige Sperrung der Brücken erforderlich machen würden. Dennoch besteht aufgrund der Bauweise die Gefahr eines schnellen Zustandsverfalls, weshalb ein Abbruch unvermeidlich ist.

    Neubau als begrünte Rad- und Fußweg-Brückenverbindung möglich:
    Die Brücken stehen dem Baukörper des Zukunftszentrums selbst nicht im Weg. Die ursprünglichen Planungen sahen sowohl den Erhalt und die Anpassung der Brücken als Fuß- und Radwegbrücken als auch einen Neubau vor. Die Entscheidung über eine neue Brückenverbindung wurde im Stadtrat bereits mit dem Bebauungsplan Nr. 174.2 getroffen. Dort ist die Festsetzung einer Verkehrsfläche mit besonderer Zweckbestimmung als Fuß- und Radweg auf der Brückenebene enthalten. Die Stadtverwaltung arbeitet derzeit daran, alle relevanten Aspekte für eine mögliche Umsetzung zu erarbeiten und wird dem Stadtrat zeitnah entsprechende Beschlussvorlagen vorlegen. Die Kosten trägt die Stadt, Fördermittel sind dafür nötig. Ein Zeitplan steht noch nicht fest; ebenso wenig der genaue Ort der möglichen Brückenverbindung. Die Verwaltung prüft aktuell alle möglichen Fördermittel, um die Finanzierung sicherzustellen.

    Zusätzlich werden die Anbindungen für Fußgänger und Radfahrer aus verschiedenen Richtungen verbessert, etwa am Hauptbahnhof oder bei der Querung wichtiger Straßen.

    Verfahren zur Totalunternehmerschaft:
    Das Vergabeverfahren zur Totalunternehmerschaft zur Baufeldfreimachung für den Umbau des Riebeckplatzes als Voraussetzung für den Bau des Zukunftszentrums befindet sich in einem finalen Stadium. Nach intensiven Verhandlungsgesprächen, die neben den Kosten auch Baustellenorganisation, Umleitungsverkehr und zeitliche Abläufe umfassen, steht die Vergabe kurz bevor.

    Hintergrund:
    Bis 2032 soll in Halle (Saale) auf dem Riebeckplatz das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation entstehen. Die Einrichtung des Bundes, der das Gebäude auch selbst bauen wird, wird aus eigens dafür bereitgestellten Mitteln finanziert. Die Stadt Halle (Saale) wiederum hat die Aufgabe, das Baufeld freizumachen. 70 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Bis 2028 muss das Baufeld für den Bund bereit sein. Der Abriss der bestehenden Brücken könnte daher noch 2026 beginnen. Anschließend soll auch die Volkmannstraße näher an die Bahngleise verlegt werden.